Hochbegabte Vorschulkinder – Hochbegabung schon im Kindergarten erkennen.

Ferien auf dem Bauernhof

Hochbegabte Kindergartenkinder

Hochbegabte Kindergartenkinder werden noch weniger erkannt als Schulkinder, da sie ja noch keinerlei Leistung zeigen müssen. Deshalb wieder folgende Geschichte aus aktuellem Anlass.

„Ich habe Bauchschmerzen“, sagt der vierjährige Finn. „Schon wieder, dann müssen wir zum Arzt“, sagt die besorgte Mutter. Der Arzt untersucht gründlich, doch Finn ist körperlich total gesund. Immer morgens, wenn Finn in den Kindergarten soll, spielt sich das gleiche Drama ab. Er klagt über Bauchschmerzen, muss sich sogar einmal erbrechen, klüngelt herum, will nicht aus dem Auto. Die Mutter ist verzweifelt.

Eine Freundin, die Ähnliches mit ihrem Kind durchgemacht hat, sagt eines Tages: „ Willst du nicht mal einen IQ-Test machen lassen? Vielleicht ist Finn ja hochbegabt.“ Finns Mutter lacht: Ja gut, er ist ja nicht auf den Kopf gefallen, aber gleich hochbegabt? Das glaube ich nicht.“ Da Finns Verhalten nicht besser wird und er nun schon im Kindergarten verhaltensauffällig wird, greift die Mutter doch zum Hörer und ruft uns an.

Einige Tage später wird Finn mit dem Intelligenztest für (Vorschul)kinder, BIVA, getestet und es zeigt sich, dass Finn einen IQ von 127 hat. Da Intelligenztests bei Vorschulkindern noch nicht so sehr genau sind, ist aber davon auszugehen, dass sich der Wert später, wenn Finn Schulerfahrungen hat, entweder bestätigt oder sogar noch höher sein wird. Dies kann man auch schon aufgrund der Anamnese und der Testbeobachtungen ableiten.

Finn benötigt nun im Kindergarten eine intensive Forderung. Ob die Erzieherinnen das leisten können, wird sich zeigen. Auch muss über eine evtl. vorzeitige Einschulung gesprochen werden. Finn darf auf keinen Fall unterfordert bleiben, denn das ist er momentan. Er darf nicht ausgebremst werden. Fragen, die er stellt, sollten auch beantwortet werden. Finn möchte gern schon lesen und schreiben lernen und kennt schon alle Buchstaben. Warum auch nicht? Ein dauerhaftes Ausbremsen führt zu einem immer geringer werdenden Selbstwertgefühl und kann auch psychische Krankheiten auslösen. Psychosomatisch reagiert er ja schon.
Deshalb bitte immer beachten: Zeigt Ihr Kind Auffälligkeiten, weisen andere Sie auf eine mögliche Begabung hin, nehmen Sie diesen Hinweis ernst. Unterforderung kann Ihr Kind krank machen.
Weitere Infos über

http://www.infobeg.de/hochbegabte_vorschulkinder_erkennen_foerdern_fordern-html/

oder unter http://www.logios.de/infos-fuer-erzieher-innen .

Oder einfach ins Forum schauen. Auch dort gibt es viel Interessantes und Informatives von Eltern für Eltern unter www.logios/forum.de

2 Gedanken zu „Hochbegabte Vorschulkinder – Hochbegabung schon im Kindergarten erkennen.

  1. moni12

    Ich habe mal darüber nachgedacht und denke, auch ich muss meine Geschichte schreiben. Ich freue mich, wenn sie auf logios veröffentlicht wird. Hier nur so viel: Auch ich konnte mit 4 Jahren schon lesen und schreiben. Meine Mutter bekam deshalb richtig Ärger im Kindergarten. Die Erzieherinnen beschimpften sie als ehrgeizig und unterstellten ihr sogar Kindesmisshandlung. Doch sie konnte gar nichts dafür. Ich selbst habe immer wieder so lange nachgefragt, bis ich Antworten erhielt. Als ich in die Schule kam, konnte ich auch schon bis 500 rechnen, d.h. zuzählen, abziehen und das kleine Einmaleins. Für meine Mutter war es immer ein Kampf mit Erzieherinnen und später mit den Lehrern. Hätte sie nicht immer nur gekämpft und versucht sich durchzusetzen, was leider nicht immer gelang, aber meistens wenigstens, ich weiß nicht, was auch mir geworden wäre. Und ich weiß auch, dass meine Mutter oft an ihre Grenzen gelangt und total fertig war. Sprechen konnte sie mit niemanden darüber. Sie wurde immer nur belächelt oder beschimpft.

  2. cr

    Es liegt ja nun einige Jahre zurück, und es war eine Entscheidung , die ich mir nicht einfach gemacht habe -doch meine Tochter wurde dann schließendlich mit 4 3/4 Jahren eingeschult. Die Bauchschmerzen hatte dann ja eher ich. Doch nach den 14 Tage Probeunterricht war sie ein anderes Kind. Endlich ausgelastet…endlich fühlte sie sich wahrgenommen….endlich fröhlich aus ganzem Herzen. Nicht unwichtig für die Entscheidungshilfe, war der erste IQ Test , denn alles was meine Tochter konnte, war für mich normal.Ich fand nichts aussergewöhnliches an Ihrem Wissensdurst.
    Es war ein steiniger Weg – über vorwurfsvolle und verweigernde Kindergärtner/innen – über persönliche Enttäuschungen mit Freundschaften. Doch das Verhalten in der Schule zeigte mir, das es der Richtige Weg war.
    Ich persönlich denke das Kindergärten viel zu wenig Interesse an Kindern haben, die aus einer positiven Norm fallen. Es wird meist nicht ernst genommen und wird verkannt, das es eigendlich die gleichen Probleme sind, die auch minderbegabte oder gar behinderte Kinder haben.
    Wenn man ein Gutachen in der Hand hält – für das man hart gekämpft hat – in dem eine Förderung angeraten/genehmigt wird „zur Verhinderung geistiger Behinderung“, dann weiss man erst , wie wichtig eine individuelle Betreuung jedes Kindes ist…ob minder oder hochbegabt.

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