Hochbegabte Erwachsene – viel zu oft zu spät erkannt.

Ein aktueller Fall beschäftige uns in dieser Woche im Institut. Eine Frau von 35 Jahren suchte uns auf mit der Bitte um einen IQ-Test.

Sie fühlte sich immer anders, litt lange Zeit unter Depressionen und hatte nur mit Mühe und Not einen Realschulabschluss geschafft. Ausbildungen brach sie immer wieder ab, wurde früh schwanger und wechselte ständig die Partner, da sie niemals auf einer Wellenlänge mit ihnen lag, wie sie sagte. Im Rahmen einer psychiatrischen Untersuchung wurde vor einiger Zeit auch ein Grundintelligenztest durchgeführt, der einen IQ von 126 ergab. Dazu gab es den Hinweis, sie sei ja ganz schön schlau und warum sie aus ihrem Leben nichts gemacht habe. Diese nicht gerade positive Äußerung des Psychologen führte nur zu weiteren Depressionen. Eine Therapie schließlich brachte sie dazu sich nochmals neu zu orientieren. U.a. führten wir mit ihr den IST 2000-R durch, der einen Gesamt-IQ von über 130 ergab. Allein das Wissen nicht „blöd“ zu sein, so wie sie all die Jahre über sich selbst dachte, gab ihr schon eine gehörige Portion Selbstbewusstsein. Doch das allein wird nicht ausreichen. Sie selbst überlegt nun, noch einmal völlig neu durchzustarten, das Abi nachzumachen und dann evtl. zu studieren. Ein Coaching wird sie dabei unterstützen. Die Psychotherapie benötigt sie nach eigenen Angaben nun auch nicht mehr, da sie endlich weiß, warum sie anders als andere war und ist, denn sie ist nicht krank, nur hochbegabt. Doch manchmal entsteht bei mir der Eindruck, dass man das gleichsetzt?

Wir informieren über hochbegabte Erwachsene auf unseren Internetseiten: http://www.infobeg.de/hochbegabte_erwachsene_beraten_erkennen_foerdern_fordern_intelligenztest-html/

oder unter http://www.logios.de/hochbegabte-erwachsene

Geben Sie Ihre Erfahrungen an. Beteiligen Sie sich im Blog oder im Forum unter www.logios.de/forum

Businessman finding the solution of a maze

Hochbegabte Erwachsene haben häufig Probleme.

Ein Gedanke zu „Hochbegabte Erwachsene – viel zu oft zu spät erkannt.

  1. cr

    Die HB meine Kindes zwang mich dazu, mich (46Jahre) mit mir selbst und meinem Werdegang zu beschäftigen – mich zum ersten Mal mit vielen Fragen zu meiner Persönlichkeit auseinanderzusetzten. HB war für mich nie ein Thema, weil ich zwar wusste, dass ich eine sehr rasche Auffassungsgabe habe, aber eher sehr lernfaul war..durchschnittliche Noten hatte ..ausser in Mathe – was die Leher nie verstanden hatten.
    Dazu das Problem, dass ich eher sehr nahe am Wasser gebaut bin und mich diese Eigenschaft schon in manche peinliche Situation gebracht hat – ich immer genau weiss, wie Leute ticken oder fühlen.Mitlerweile weiss ich wohl , dass ich zumindest Hochsensibel bin und meine Tochter das auch geerbt hat.
    Ich bin mit wenigen Personen auf einer Wellenlänge , auch Beziehungen gestalten sich immer problembehaftet. Menschen, die ich und die mich gut verstehen, überraschen mich nach einiger Zeit mit der Aussage, dass sie HB seien. Ich scheine diese Menschen anzuziehen . oder mir unbewusst auszusuchen. Das erstaunt mich immer wieder, weil ich bei mir persönlich keine HB feststellen kann.
    Ein spannendes Thema, dem ich mich weiterhin widmen werde.

Schreibe einen Kommentar