Archiv für den Monat: August 2016

Begabt und trotzdem Förderschwerpunkt Lernen

Immer häufiger kommen junge Erwachsene zu mir, die weder einen Schulabschluss oder wenn, überhaupt, nur einen Hauptschulabschluss besitzen. Meist ohne Qualifikation und damit chancenlos, einen vernünftigen Beruf zu erlernen.
Schaut man sich die Biografien dieser jungen Menschen an, dann stellt man wieder einmal fest, wie viel schiefgegangen ist. Und es wurde wieder einmal nicht genau hingeschaut. Hierzu ein Beispiel:
Max, 28 Jahre alt, trägt den Stempel „lernbehindert“ nun schon seit fast 20 Jahren. Als es in der Schule nicht lief, wurde ein IQ-Test durchgeführt mit einem Ergebnis von 89. Das hieß zweifellos „Förderschule Lernen“.  Ein Test, der zwei Jahre später durchgeführt wurde, ergab einen Wert von 103, doch keinen interessierte das. Obwohl die Mutter immer wieder darauf hinwies, dass ihr Sohn Hörprobleme habe, interessierte das auch keinen. Selbst die beiden Fachärzte (HNO) bescheinigten ihm eine gute Hörfähigkeit.
Als Max 16 Jahre alt war, die Schule ihn nicht weitertragen wollte, da er ja seine Pflichtschulzeit abgesessen hatte, wurde er nochmals in Sachen Gehör überprüft. Dieses Mal war es allerdings ein Neurologe. Dieser stellte fest, dass die Verbindung Ohr/Gehirn auf der linken Seite nicht verknüpft war und Max deshalb einseitig gar nichts hörte. Doch eine Hilfe zur Verbesserung der Hörqualität gab es anscheinend nicht. Also blieb er einseitig gehörlos.
Da er keinen Abschluss hatte, gab es keinen Ausbildungsplatz. Ein Abschluss aus eigenem Antrieb an einer VHS scheiterte aufgrund einer im Nachhinein festgestellten Dyskalkulie.
Das Gespräch mit dem jungen Mann und die Schilderung der Mutter, dass er sich vor der Schule das Lesen und Schreiben selbst beigebracht hatte (trotz Taubheit, links), weisen allerdings deutlich auf eine höhere Begabung hin.
Wir müssen nun überlegen, welche Möglichkeiten Max hat mit Unterstützung doch noch einen für ihn interessanten Beruf ergreifen zu können.
Traurig, dass es niemand in den ersten Lebensjahren gemerkt hat und die Mutter nicht ernst genommen wurde. Aber das ist ja leider kein Einzelfall.
Für Rückfragen, Anregungen einfach schreiben oder anrufen unter 02302 1781792.
Stehen Sie zu Ihrer Begabung. Und gestalten Sie Ihr Leben erfolgreich.

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Und wieder beginnt die Langeweile – Hochbegabte Kinder in der Schule

In den letzten Tagen hat in einigen Bundesländern die Schule wieder angefangen und damit auch wieder der Stress vieler Kinder. Und dieser Stress bezieht sich nicht nur auf die Anforderungen, die an die Kinder gestellt werden, sondern auch auf die Anforderungen, die nicht gestellt werden. Und davon sind wieder die meisten begabten und hochbegabten Kinder betroffen. Und der Schwerpunkt liegt hierbei in der Grundschule. Hier wird in der Regel solange derselbe Stoff unterrichtet, bis es das letzte Kind verstanden hat. Dies ist ja auf der einen Seite auch richtig und verständlich. Doch herrscht nicht gleiches Recht für alle? Es ist doch durchaus legitim, dass Kinder, die einfach schneller sind als alle anderen, auch schneller in der Schule vorwärtskommen dürfen. Doch das ist leider nur selten der Fall. Hochbegabte und begabte Kinder müssen sich in der Regel dem allgemeinen Lerntempo anpassen. Diese dadurch entstehende Langeweile führt dann dazu, dass sich Kinder zurücknehmen, scheinbar dem Unterricht nicht folgen oder aber Unsinn machen. Oft entstehen durch das Abschalten vom Unterricht tatsächlich Lücken, sodass der Eindruck entsteht, diese Kinder haben nichts verstanden. Doch hier irren LehrerInnen gewaltig. Viele Infos dazu gibt es auch in meinem Buch „Intelligenz und Teddybären – was Ihnen mit begabten Kindern alles blühen kann“, aber auch unter www.infobeg.de, www.logios.de und vielen anderen Seiten von mir, zu finden unter http://beate-gerstenberger-ratzeburg.de/?page_id=15.

Hochbegabte Kinder - Merkmale einer Hochbegabung erkennen.

Hochbegabte Kinder – Merkmale einer Hochbegabung erkennen.