Archiv für den Monat: Oktober 2015

Hochbegabte Kinder in der Schule – Beteiligung am Unterricht oft ein Problem

„Meine Tochter meldet sich nicht. Sie weiß doch die Antwort. Warum sagt sie nichts“. Diese Aussage hören wir häufig, meist geht es dann um begabte und hochbegabte Mädchen, aber immer häufiger auch um Jungen mit hohen Begabungen.

Woran liegt das? Nun, es gibt mehrere Antworten. Zunächst gibt es Kinder, die schlechte Erfahrungen mit der Beteiligung am Unterricht gemacht haben. Begabte Kinder sind in der Regel sehr sensibel. Haben sie etwas Falsches gesagt und wurden ausgelacht, dann kann das dazu führen, dass sie sich gar nicht mehr melden. Eine andere Variante ergibt sich daraus, dass begabte und hochbegabte Kinder weiter, schneller, querer denken, als es die Schule erlaubt. Wird die Frage gestellt: “Welche Farbe haben Erdbeeren?“, so wird die allgemeine Antwort rot lauten. Begabte Kinder hingegen fragen sich: „Sind reife Erdbeeren gemeint? Oder die unreifen? Ist hellrot oder dunkelrot gemeint, je nach Reifegrad?“ Und während sie noch überlegen, haben andere schon geantwortet.

Oder aber die Frage: „Welches Tier legt Eier?“ Die erwartete Antwort lautet: „Huhn!“. Ein begabtes oder hochbegabtes Kind hat mehrere Antworten parat. „Natürlich Vögel. Aber welche sind wohl gemeint? Das Huhn ist doch zu einfach, das weiß doch jeder!“ Und wieder sind die anderen schneller.

Und begabte Kinder denken vorausschauend. „Wie entsteht ein Haus?“, lautet die Frage. Begabte Kinder denken nun wie folgt: Hat das Haus einen Keller? Wenn ja, muss man zuerst ausschachten, wenn nicht, kommt zuerst die Bodenplatte. Danach die Wände, dann wieder ein Boden und, je nach Größe des Hauses, geht es immer so weiter. Es kommen Handwerker…usw,usw.! Sie können sich vorstellen, worauf ich hinaus will. In der Regel kommt aber die Antwort „Man setzt Ziegel aufeinander.“ „Und was noch?“ „Es kommt ein Dach drauf“. „Und was noch?“ „Es wird ein Loch gebuddelt.“ U.s.w., u.s.w.. Das scheinbar komplizierte Denken der Kinder passt nicht ins System. Was kann man tun? Wenn begabte und hochbegabte Kinder Probleme dieser Art haben, benötigen sie ein Coaching, speziell auf ihre Begabung zugeschnitten. Hier lernen die Kinder sich selbstbewusst am Unterricht zu beteiligen und mit unbefriedigenden Situationen klarzukommen. Wie immer können Sie sich über unsere Internetseite noch intensiver informieren oder aber auch gern eine Mail schreiben oder anrufen unter 02302/1781792.

 

Hochbegabte Schüler - erkennen, fördern, fordern

Hochbegabte Kinder in der Schule – Rechnen dürfen wie man möchte

Hochbegabte Schulkinder, insbesondere mathematisch hochbegabte Kinder, darüber habe ich schon häufiger berichtet, haben oft Probleme in der Mathematik. Das liegt u.a. daran, dass diese Schüler eigene Rechenwege besitzen und somit mit dem schulischen Rechenweg nicht zurechtkommen. Das hat wiederum schlechte Noten zur Folge. Die meisten Lehrer berufen sich auf die Schulgesetze, wenn man sie bittet diese Kinder anders zu bewerten.

Doch es gibt auch Ausnahmen. Vor einigen Tagen telefonierte ich mit einer Lehrerin in Mecklenburg-Vorpommern. Wir unterhielten uns über einen Schüler mit eben diesen Problemen. „Das ist doch gar kein Problem, das mache ich immer so“, war ihre Antwort, als ich sie bat, das Kind seinen eigenen Rechenweg zu lassen. Also, geht doch! Und das auch noch in der 6. Klasse. Denn, wenn es geht, dann meist nur in den Klassen 1-4. Dort sind die Lehrer schon aufgeschlossener.

Und bei allen anderen frage ich mich immer: Wo ist das Problem? Wenn ich als Lehrer befürchte, das Kind könne abschreiben, dann setze ich es separat an einen Platz, von welchem ein Abschreiben unmöglich ist. So kann man überprüfen, ob das Ergebnis richtig oder falsch ist. Ist es richtig, fehlen jedoch die Rechenwege, dann bitte trotzdem die volle Punktzahl geben. Mathematisch hochbegabte Kinder haben eben ihre eigenen Rechenwege, auf denen sie auch aufbauen können.

Haben Sie Fragen zu diesem Thema? Unsere Internetseiten www.infobeg.de oder www.logios.de geben Ihnen weitere Hilfestellungen. Dort finden Sie auch Kontaktmöglichkeiten, entweder per Mail, per Telefon, per Post.

Höchstbegabung -Hochbegabung

Hochbegabung oder Höchstbegabung, wo liegt der Unterschied?

Wie überall, wenn es um Definitionen der Begriffe Hochbegabung, besondere Begabung, überdurchschnittliche Begabung, Talent u.s.w. geht, gibt es sehr viele kontroverse Meinungen. Auch der Begriff der Höchstbegabung ist wissenschaftlich nicht eindeutig definiert. Einige Wissenschaftler sind der Meinung, dass bereits ab einem IQ von über 140 eine Höchstbegabung vorliegt, andere wiederum sehen diese ab IQ 145 aufwärts, wieder andere lehnen diesen Begriff komplett ab. Auch gibt es wissenschaftliche Meinungen, die ein Asperger-Syndrom mit einer Höchstbegabung gleichsetzen.

Dies kann ich insofern nachvollziehen, da viele Symptome hochbegabter Menschen mit denen eines Asperger-Autisten identisch sind. Deshalb sind weitergehende Forschungen in diesem Bereich notwendig und wichtig, insbesondere im Umgang unserer Gesellschaft mit hochbegabten bzw. höchstbegabten Kindern und Jugendlichen. Diese Kinder zu akzeptieren und einfach so zu nehmen wie sie sind, gleichgültig, ob es nun hochbegabt, höchstbegabt oder Asperger-Kind heißt, , ist schon, wie man so schön sagt, die halbe Miete. Diese Kinder mit Druck anpassen zu wollen entspricht schon einer Kindeswohlgefährdung. Empathie und Geduld hingegen bewirken manchmal Wunder im Umgang mit diesen Kindern.

Da jeder Mensch in irgendeiner Weise begabt ist, sollte er herausfinden, wo diese Begabungen liegen!

Da jeder Mensch in irgendeiner Weise begabt ist, sollte er herausfinden, wo diese Begabungen liegen!

Hochbegabte Kinder in der Schule – warum viele hochbegabte Kinder keine Hochleister sind –

Jetzt, da schon einige Zeit ins Land gegangen ist und wir in NRW schon wieder Herbstferien haben, stellen sich auch die ersten Schulprobleme in Form von schlechten Noten ein. Die Eltern berichten von schlechten Noten, obwohl das Kind doch gelernt habe, sie sprechen von miserablen Vokabeltests, von mangelnder Beteiligung am Unterricht u.s.w., u.s.w..

Schüler, die sich in der 5. und 6. Klasse eines Gymnasiums befinden, haben jetzt wieder gerade die Hinweise der LehrerInnen erhalten die falsche Schulform gewählt zu haben. Die Eltern berichten von Schulgesprächen, in denen sie die Hochbegabung ihrer Kinder thematisiert haben und mal wieder belächelt wurden. „ Der Knabe soll hochbegabt sein? Der soll erst einmal lernen stillzusitzen“. „Das Mädchen kann nicht begabt sein, sonst würde es ja nur Einsen schreiben und nicht Vieren und Fünfen“. Solche unqualifizierten Äußerungen hören wir immer wieder von Lehrern. Und anstatt sich auf diesem Gebiet fortzubilden, wird es immer wieder gern verdrängt. Muss man sich dann etwa mehr um das einzelne Kind bemühen? Ein Schelm, wer Böses dabei denkt. Und, Gott sei Dank, sind nicht alle Lehrer so. Aber leider noch zu viele.

Da man aber Lehrer leider nicht ändern kann, muss man das Kind stärken. In den meisten Fällen fehlen den Kindern Lern- und Arbeitstechniken, die, wenn man sie gut beherrscht, das Schulleben kräftig erleichtern. In unserem Institut findet es meist in Kombination mit einem Motivationstraining statt. So schlägt man zwei Fliegen mit einer Klappe. Und wer weiter weg wohnt, kann das Ganze auch als Online-Coaching über das Internet durchführen. Und im Übrigen: hochbegabte Kinder werden erst dann zu Hochleistern, wenn das Umfeld, sprich Schule UND Elternhaus, entsprechend interessant gestaltet wird, die Kinder aufgrund ihres Potenzials eine ausreichende Forderung erhalten und diese ihrer Begabung entsprechend auch dargeboten wird. Findet dies nicht in ausreichendem Maße statt, entwickeln sich hochbegabte Kinder leicht zu Underachievern und können selten oder nur mit viel Mühe ihre Begabung voll entfalten.
Weitere Infos wie immer unter http://www.infobeg.de/Schulprobleme/Teilleistungsstoerung/Wahrnehmung/ oder unter www.logios.de.

Hochbegabte Schüler - erkennen, fördern, fordern