Archiv für den Monat: Mai 2015

Schlechte Noten, Rückversetzung?Oder einfach unterfordert?

IQ-Test, damit das Kind nicht „sitzenbleibt“, nicht wiederholen muss.

In der vorletzten Woche gab es, wie schon oft im Insitut, wieder einen klassischen Fall einer nicht erkannten Begabung durch die Schule. Ben, 8 Jahre, kommt mit seiner Mutter zum Intelligenztest, da er von der von der dritten Klasse in die zweite zurückgestuft werden soll. Er zeigt keine Leistung, klagt ständig über Bauchschmerzen, will nicht mehr in die Schule. Wenn er dort ist, beteiligt er sich nicht am Unterricht, sondern döst vor sich hin. Wenn er gefragt wird, weiß er zwar die Antwort, doch diese kommt sehr gelangweilt daher. Das kleine 1×1 kann er gar nicht (mehr). Die Eltern sprechen mit der Lehrerin. Ein typischer Fall von totaler Überforderung, meint sie und empfiehlt eine sofortige Zurücksetzung in die zweite Klasse, damit das Kind sich dort erst einmal erholen und wieder zu sich finden kann. Solche Geschichten wiederholen sich regelmäßig in unserem Institut.

Die Mutter geht zum Kinderarzt, der ihr einen IQ-Test zur Abklärung der Leistungsfähigkeit des Kindes empfiehlt. Bereits während des Erstgesprächs mit dem Kind erkenne ich, dass dieses Kind mit Sicherheit nicht über-, sondern eher unterfordert ist. Der durchgeführte Intelligenztest, das AID3, macht Ben sehr viel Spaß. Er ist hoch konzentriert dabei und arbeitet eifrig alle Aufgaben ab.

Das Ergebnis zeigt einen Prozentrang von >99. Das bedeutet, in IQ-Werten ausgedrückt, einen IQ von 143. Im Untertest „Angewandtes Rechnen“ zeigt er ebenfalls eine Hochbegabung mit einen umgerechneten Wert von 138.

Die Eltern sprechen mit der Lehrerin und haben in diesem Fall Glück. Ben darf nun in die vierte Klasse weitergehen, wird aber in den ersten Monaten des vierten Schuljahres intensiv gefördert, auch mithilfe unseres Instituts. Danach wird er in die fünfte Klasse des Gymnasiums gehen.

Endlich einmal eine Geschichte mit positivem Ausgang. In der Regel müssen Eltern enorm kämpfen, teilweise sogar Rechtsanwälte einschalten, damit dem Kind geholfen wird. Warum geht es nicht immer so?

Bitte informieren Sie sich intensiv über das Thema Begabung. Begabung ist sehr facettenreich und wird deshalb oft nicht wahrgenommen. Wir klären auf unter www.infobeg.de oder www.logios.de. Oder schauen Sie in unseren Büchershop unter www.logios.de/buecher-und-materialien.

 

Dyskalkulie und Hochbegabung

Bei Verdacht auf Dyskalkulie muss genau geschaut werden, sonst kann es zu Fehldiagnosen kommen, denn auch eine Hochbegabung ist möglich.

In der vergangenen Woche habe ich ein Kind getestet, bei welchem der Verdacht einer Dyskalkulie bestand. Die Mutter erzählte mir, dass ihre Tochter Emma schon vor Beginn der Schulzeit gern gezählt hat und dann begann es bereits im ersten Schuljahr, dass das Kind Probleme hatte leichte Aufgaben zu rechnen. Je mehr es übte, umso schlimmer wurde es. Die Lehrerin vermutete im Gespräch mit den Eltern eine Dyskalkulie. Da man diese aber im ersten Schuljahr noch nicht mit Sicherheit bestimmen kann, warteten die Eltern nun bis zum Ende des zweiten Schuljahres mit der Diagnose. Die Mutter berichtete mir, dass Emma merkwürdigerweise mal ganz gut rechnen könne, dann aber wieder gar nicht. Selbst das kleine 1×1 habe sie zunächst gut gekonnt, dann aber nicht mehr. Nun würde sie die leichtesten Aufgaben nicht mehr lösen können.

Der IQ-Test, der mit Emma durchgeführt wurde, ergab eine überdurchschnittiche Intelligenz mit einem Gesamtwert von 125. Im Untertest „Angewandtes Rechnen“ jedoch lag Emma bei einem Prozentrang von 98, was in etwa einem IQ von 130 gleichzusetzen ist, also im Bereich der sog. Hochbegabung. Nun, wie kann das sein?

Dafür gibt es mehrere Gründe.

Wenn mathematisch hoch begabte Kinder (und nicht nur die) für sie viel zu leichte Aufgaben bekommen und/oder ständig Aufgaben wiederholen müssen, die sei bereits beim ersten Mal verstanden haben, ziehen sie sich zurück, werden zum Klassenclown und /oder schreiben schlechte Noten und alle denken, dieses Kind kann nicht rechnen. Unterforderung ist nicht zu unterschätzen, denn es kann Kinder körperlich oder psychisch krank machen. Auch haben mathematisch hochbegabte Kinder auch eigene Rechenwege, sodass sie sich auf den von der Schule vorgegebenen Rechenweg nicht einlassen können. Dies ist keine Absicht, es geht einfach nicht. Auch können die Kinder in der Regel nicht mehr sagen, wie sie auf eine Lösung gekommen sind. Sie ist einfach da!

Immer wieder frage ich mich dann, warum sieht das keiner ein? Warum versteht und akzeptiert man diese Kinder nicht? Es ist doch eigentlich so einfach zu helfen!

Weitere Infos auch unter

www.infobeg.de/dyskalkulie-hochbegabung-rechenschwaeche/

www.logios.de/buecher-materialien-hochbegabung

Bei logios finden Sie unter dem o.g. Link in Zusammenarbeit mit amazon viele Bücher, Spiele und mehr zum o.g. Thema.  Informieren Sie sich genau, denn nur so können Sie Ihrem Kind wirklich helfen.

Haben Sie auch solche Erfahrungen gemacht? Bitte geben Sie einen Kommentar ab, damit wir möglichst viele Menschen erreichen.

 

 

 

Asperger-Autismus oder Fehldiagnose?

Ein Fall in dieser Woche hat mich erneut dazu gebracht, über die Richtigkeit der Diagnose Asperger-Syndrom oder Asperger-Autismus nachzudenken. So berichtet mir eine Mutter, deren Kind gerade die Asperger-Diagnose bekommen hat, dass ihr Kind doch eigentlich sehr empatisch ist, sie tröstet, wenn es ihr schlecht geht und auch Witze versteht und selbst welche erfindet. Eigentlich ganz untypisch für diese Diagnose.

Gleichzeitig erzählt sie, dass ihr Sohn, solange sie denken kann, Menschen nicht wiedererkennt, auch dann nicht, wenn er sie mehrfach gesehen hat. Obwohl er aufgrund seiner hohen Intelligenz, er liegt weit über IQ 140, sich alles andere sehr gut merken kann. Trifft er die Nachbarn im Garten, erkennt er sie, trifft er sie in der U-Bahn, dann nicht. Auch hat er Probleme Freundschaften zu schließen, da ihn alle Bekannten und Schulkameraden für arrogant und unhöflich halten, wenn sie ihn auf der Straße sehen und er nicht auf sie reagiert. Diese Hinweise führten dann u.a. zu der Asperger-Diagnose in der Psychiatrie.

Dann jedoch sagte die Mutter etwas, dass mich stutzig machte. Sie sprach davon, dass er ihr irgendwann einmal gesagt habe, dass er Menschen nur an der Kleidung, an der Länge oder der Farbe der Haare unterscheiden könne. Dies aber lässt nicht auf ein Asperger-Syndrom, sondern eher auf eine Gesichtsblindheit schließen. Durchforstet man dann das Internet, kann man feststellen, dass diese Diagnose häufig übersehen wird, und stattdessen oft die Asperger-Diagnose gestellt wird. Wir werden das nun in unserem Institut in den nächsten Wochen überprüfen und mitteilen, ob sich eine Gesichtsblindheit bestätigt. Ich werde über das Ergebnis auf jeden Fall berichten.

Intelligenztests- oder was man bei IQ-Tests beachten muss

In  der vergangenen Woche gab es wieder viele Nachfragen nach Intelligenztest für Kinder, aber auch Vorschulkinder und Erwachsene. Insbesondere bei Kindergartenkindern sind Eltern immer noch sehr verunsichert, ob ein Test sinnvoll ist. Hierzu ein wichtiger Rat: Wenn der Hinweis von anderern kommt, man solle sein Kind doch mal auf eine Begabung testen, soll man dies sehr ernst nehmen. Insbesondere dann, wenn ErzieherInnen daraufhinweisen. Eltern, die noch keine schulpflichtigen Kinder haben, sehen die Grundschule noch als einen Ort an, an dem die Kinder in der ersten Klasse noch etwas lernen können. Das mag für viele Kinder auch richtig sein. Haben Sie jedoch ein überdurchschnittlich, besonders begabtes oder gar ein hochbegabtes Kind, kann es schnell zu Problemen kommen, da diese Kinder in der ersten Klasse bereits unterfordert sind. Deshalb ist es dann wichtig zu wissen, ob es tatsächlich der Fall ist. Um dies herauszufinden, hilft ein professionell durchgeführter IQ-Test von entsprechenden Fachleuten. Was Sie dabei beachten müssen, finden Sie unter www.infobeg.de, alternativ auch zu finden unter www.hochbegabung-testung-coaching.de, meinen Institut zur Fo(e)rderung besonderer Begabungen.

Wenn Ihr Kind schon ETWAS lesen oder schreiben, im Zahlenraum von 20 rechnen kann, sind Probleme, insbesondere bei Jungen, vorprogrammiert. Leider haben die meisten Menschen keine Ahnung, wie nicht nur hochbegabte, sondern bereits überdurchschnittlich begabte Kinder denken und handeln, selbst Kinderärzte oder Kinderpsychologen auch nur in geringen Maße. Denn in keiner Ausbildung, in keinem Studium, kommt eplizit das Thema Begabung vor. Und alle haben Klischees vor Augen, die aber mit einer tatsächlichen Begabung nicht übereinstimmen.

Deshalb informieren Sie sich. Wir haben jede Menge Informationen rund um das Thema Hochbegabung zusammengestellt, auch unter www.logios.de.. Hier gibt es u.a. auch ein sehr beliebtes Forum.

Bloggen Sie auch kräftig mit, teilen Sie allen Interessierten Ihre Erfahrungen mit: Damit möglichst viele Informationen in die Öffentlichkeit gelangen und begabte Kinder endlich ihren Stärken entsprechend gefordert werden.

 

Dieses Kind und hochbegabt? Niemals!

Diese Aussage von vielen LehrerInnen und ErzieherInnen gehört für unser Team immer noch zum Alltag, und das seit fast 20 Jahren. Nach einem kleinen Hype in den Jahren von ca. 2005 bis 2010, geht es nun wieder stetig bergab. Das Verständnis, wie hochbegabte Kinder „ticken“, nimmt wieder ab oder bleibt konstant schlecht. Leider! Aber es herrscht in Deutschland immer noch der Trend vor alle auf eine Linie zu ziehen. Defizitorientiert werden die schlechteren Schüler nach oben und die besseren nach unten gezogen. Oder aber, es werden unter dem Durchschnitt liegende Kinder nach oben gefördert, hochbegabte Kinder dürfen unterfordert nach unten gezogen werden.

Natürlich sollen Kinder mit Defiziten eine vernünftige Förderung erhalten, aber im Zuge des Spruchs „Gleiches Recht für alle“, müssen auch begabte Kinder gefordert werden, damit sie nicht den Spaß am Lernen verlieren und dadurch bedingt zu schlechten Schülern werden.

Dieses Blog wird in regelmäßigen Abständen von negativen, aber auch von positiven Entwicklungen in der Begabtenfo(e)rderung berichten.