Hochbegabt, normal oder unter dem Durchschnitt?

Diese Frage stellt sich immer und immer wieder. Und es hängt ständig damit zusammen, dass zu schnell eine Schublade geöffnet wird, das entsprechende Kind hineingesteckt und die Schublade wieder geschlossen wird. Hier einige Schubladen zur Ansicht:

  • Kinder, die zappeln, haben ADHS.
  • Kinder, die träumen, haben ADS.
  • Schüler mit sehr schlechten Noten in vielen Fächern sind faul.
  • Kinder mit Rechtschreibfehlern haben Legasthenie.
  • Schüler, die nicht rechnen können, sind einfach dumm.
  • Schüler mit sehr schlechten Noten und Verhaltensauffälligkeiten sind lernbehindert.
  • Kinder mit Verhaltensauffälligkeiten erhalten sozial-emotionalen Förderbedarf.
  • Kinder mit Sprachproblemen sind geistig behindert.
  • Kinder mit unterdurchschnittlichen IQ-Werten sind entweder lernbehindert oder geistig behindert.

Die Schubladen ließen sich beliebig erweitern.

  • Kann es denn nicht sein, dass die Klassenclowns und Träumerchen einfach nur unterfordert sind, sich langweilen, weil sie schon alles verstanden haben?
  • Kann es nicht sein, dass die Rechtschreibfehler aus einer falschen Methodik und Didaktik heraus durch die Schule selbst forciert werden?
  • Kann es nicht sein, dass Schüler der deutschen Sprache gar nicht mächtig sind und deshalb schulisch nicht mitkommen?
  • Kann es nicht sein, dass Kinder mit Verhaltensauffälligkeiten Sorgen und Nöte haben, die nicht offensichtlich sind?
  • Kann es nicht sein, dass ein falsches Testverfahren angewandt wurde, die Testleitung inkompetent war, das Kind krank war, keinen Nerv hatte oder einfach die Testleitung nicht mochte oder nicht verstand?

Diese Fragen stellen sich leider nur wenige Menschen, die über Kinder urteilen sollen oder gar müssen. Und auch diesen Fragenkatalog kann man noch beliebig erweitern. Denn es ist einfacher, nur geradeaus zu schauen, nur sein eigenes Fachgebiet einzubeziehen und nur nicht über den Tellerrand hinausschauen, geschweige denn nach links oder rechts.

Das ist anstrengend und macht Arbeit. Und evtl. müsste man dann seine vorgefasste Meinung ja ändern. Also, lieber dem Kind schaden, als selbst Fehler einzugestehen.

Armes Deutschland! Wie viel Potenzial reihenweise „den Bach runtergeht“. Es ist einfach nur schade. Und ich freue mich über jeden Menschen, der genauer hinschaut und dem Kind objektiv hilft, damit jedes Kind ein glückliches Mitglied unserer Gesellschaft werden kann.

Weitere Infos unter www.logios.de

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